Frag lieber laut

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released October 15, 2016

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Laut Fragen Vienna, Austria

Ein anarcho-surrealistisches Musik- und Performanceprojekt von Maren Rahmann und Didi Disko, das sich im Spannungsfeld von Post-Punk, experimenteller Elektronik und Pop bewegt. Während der Schwerpunkt der Texte bei Gesellschaftskritik und Utopie liegt, ist der Sound von einem stetigen Wandel, einer permanenten Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und Grenzüberschreitungen geprägt. ... more

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Track Name: Frag lieber laut
Ich hätte da noch einige wenige Fragen an sie
Dauert nur 2 Minuten
Wieviel wiegt ihr Gewissen?
Möchten sie manchmal gern in den Keller gehen?
Setzen sie mit ihrem Leben etwas Neues in die Welt?
Interessiert es irgendjemanden wenn sie Nein sagen? Nein?
Schämen sie sich oft?
Verändern sie etwas oder verändert es sie?

Stille, Stillstand, stillungslos
Ein Fisch, ein Riss
Frag lieber laut

Sprechen sie laut mit Pflanzen, Möbeln oder Unbekannten?
Empfinden sie ihre Beziehung als Käfig?
Machen sie sich Sorgen um das Paarungsverhalten von Menschen und Bienen?
Sind sie gern gierig?
Haben sie manchmal Appetit auf Ungenießbares?
Helfen sie gern, auch wenn ihnen nicht zu helfen ist?
Kommt nach jedem Winter ein Frühling?

Stille, Stillstand, stillungslos
Ein Fisch, ein Riss
Frag lieber laut

Sind sie unschuldig?
Wären sie an der Abschaffung von Ängsten und Depressionen interessiert?
Was tun sie gegen Empfindungslosigkeit?
Bürsten sie ihr Haar genauso leidenschaftlich wie das ihres Hundes?
Haben sie schon einmal die Hand erhoben gegen Schwächere?
Wieviel verlangen sie für ihre Güte? Und wieviel für ihre Güter?
Glauben sie an ein Leben vor dem Tod?

Stille, Stillstand, stillungslos
Ein Fisch, ein Riss
Frag lieber laut

Glauben sie? Haben sie einen Glauben?
Glauben sie an ein Oben und Unten?
Und wie schaut das aus, wenn sie Kopf stehen?
Glauben sie, dass der Kapitalismus irgendetwas Gutes hat? Könnte ja sein…

Plötzlich steht ein ausgewachsenes Schwein vor mir
Mitten im Stiegenhaus, zwischen Aufzug und Postkästchen
Frag lieber laut
Track Name: Das Netz der stummen Zellen
Man sieht uns nicht,
man kennt uns nicht,
wir tragen keine Zeichen.
Die List des Feinds verbrennt uns nicht,
Er kann uns nicht erreichen.

Man fängt uns nicht,
man hört uns nicht,
wir leben nicht im Hellen
Der Hass des Feinds zerstört uns nicht
das Netz der stummen Zellen.

Wir spinnen unsre Fäden fort,
das Netz wird immer dichter.
Von Stadt zu Stadt,
von Ort zu Ort,
trotz Henker, Kerker, Richter.

Wir sind wie Atem, Luft und Wind,
der Feind kann uns nicht greifen.
Er starrt sich seine Augen blind
und fühlt nur, dass wir reifen.

Die heut im Grau des Dämmerlichts
die schmalen Wege graben:
Sie haben nichts, sie haben nichts,
sie werden alles haben.

(Flüsterlied, Fritz Brügel, 1936)
Track Name: Mauer aus Glas
Hier geht's nicht weiter.
Ich hänge in der Warteschleife,
ich werde noch sterben in der Warteschleife.
Befristet in der Untermiete,
eine interessierte Laiin,
eine lebenslänglich Anfängerin,
berufsjugendlich nennt man mich.
Hier geht's nicht weiter.
Bin ich jetzt Sisyphos oder der Stein?
Ok, zurück an den Anfang. Alles von vorne beginnen.
Gefangen in der Zwischenzeit,
Überflüssig im Überfluss.
Ich weiß ja nicht einmal:
Soll ich Spuren hinterlassen oder einfach still verschwinden?

Da ist immer diese Mauer aus Glas
Eine Mauer aus Glas
Gegen eine Mauer aus Glas
Zerschlagen, zertreten, zerschlagen, zerbersten

Ich muss in diesem ganzen Wahnsinn einfach mal auf den Nullpunkt kommen.
Oder doch lieber Unruhe bewahren?
Sinn oder Sinnlosigkeit? Oder Besinnungslosigkeit?
Bin ich jetzt zu alt oder bin ich zu jung?
Bin ich zu viel Frau oder zu wenig Frau?
Bin ich zu gelernt oder zu wenig gelernt?
Ja, ich weiß, mein Dialekt ist zu proletarisch,
mein Gesicht zu antiquarisch.
Hier geht's nicht weiter.

Es kracht über mir, es kracht!
Es kracht im Gebälk!
Genau über mir kracht es, um mich herum kracht es
und ich stehe genau darunter, ich kann nicht weg!
Ich weiß auch nicht wohin. Wo soll ich denn hin?
Nie meine Wut ausleben dürfen. Immer zurückhalten müssen!
Immer muss ich mich zurückhalten!
Ich wähle meine Worte, aber kein Wort ist den Herren sanft genug.
Mein Auftreten kontrolliert, wie ich dastehe, sitze, schaue, rede.
Meine Emotionen wie ein Zirkuspferd dressiert.
Und dann heißt es: Du bist ja verrückt! Sei doch nicht so aggressiv!
Bissl hysterisch! Nimm dich zurück - nicht zu viel! Gib alles!
Egal, nicht egal, aber egal.
Er weiß es immer besser.

Gegen eine Mauer aus Glas
Ich stoße an eine Mauer aus Glas und pralle ab
Hier geht's nicht weiter
Ich falle hin und ich stehe wieder auf
Und ich gehe und ich gehe und ich laufe und ich renne
Und ich laufe wieder gegen eine Mauer aus Glas
Eine Mauer aus Glas
Gegen eine Mauer aus Glas
Hier geht's nicht weiter
Gegen eine Mauer aus Glas